Cover ComSoc 3/2020

Zum aktuellen Heft: Thema „Gesundheitskommunikation“

Wie hoch sind die aktuellen Covid-19-Infektionszzahlen? Wie kann man sich und andere am besten vor einer Ansteckung schützen? Mit der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie wichtig verlässliche und glaubwürdige Informationen rund um Gesundheitsfragen sind. Doch wem und welchen Medien können wir vertrauen?

Wie Gesundheitsthemen medial aufbereitet, verbreitet und rezipiert werden, ist für uns alle relevant, schließlich ist niemand vor Ansteckung und Krankheit gefeit. Kein Wunder, dass hiermit einhergehende ethische Fragestellungen großes Interesse finden. Daher widmet sich die aktuelle Ausgabe von Communicatio Socialis in ihrem Schwerpunk der Gesundheitskommunikation.

Die Beiträge im Heft

Den Auftakt dazu macht Doreen Reifengerste, indem sie die zentralen Werte Gesundheit,

Selbstbestimmung und Verantwortung in unterschiedlichen Kommunikationszusammenhängen aufgreift. Sie befasst sich beispielsweise mit digitalen Anwendungen, bei denen Nutzende eine Vielzahl an Daten freiwillig preisgeben, ohne zu wissen, was mit diesen geschieht.

Während sich Reifegerste mit den zentralen ethischen Herausforderungen und Konfliktlinien in der Gesundheitskommunikation als Rahmung zu diesem Schwerpunkt beschäftigt, widmet sich der Beitrag von Markus Schäfer dem im Jahr 2020 alles bestimmenden Corona-Thema. Dass eine sachgerechte und angemessene Berichterstattung gerade in Krisen der öffentlichen Gesundheit zu den zentralen Aufgaben des Journalismus gehört, versteht sich zwar von selbst, gelingt damit aber noch lange nicht. Zu den Vorwürfen defizitärer Medienberichterstattung zu Corona gehören u. a. Dramatisierung, unzulässige und problematische Verkürzungen und Überzeichnungen. Schäfer bietet einen Überblick über die Herausforderungen in der Corona-Berichterstattung sowie der Berichterstattung über Pandemien im Allgemeinen und hinterfragt kritisch gängige journalistische Praktiken. Dieser Artikel ist online kostenfrei verfügbar: https://doi.org/10.5771/0010-3497-2020-3-308

Wie Krankheiten medial verpackt und vermittelt werden, kann für Erkrankte zur zusätzlichen Belastung werden. Dies gilt u. a. für Covid-19-Patient_innen, die nach ihrer Erkrankung zum Teil ausgegrenzt und sozial gemieden werden (vgl. Bora 2020). Und dies gilt besonders, wenn es um psychische Erkrankungen geht, wo es durch eine stereotype Darstellung der Medien zu einer gesellschaftlichen Stigmatisierung kommen kann, unter der die psychisch erkrankten Menschen zusätzlich leiden. Auf Basis der Ergebnisse dreier Studien führen fünf Autorinnen der Hochschule Hannover im nächsten Beitrag aus, wie die Medien über psychische Krankheiten berichten und wie dies von den Betroffenen wahrgenommen wird.

Ethikdebatten in den Medien dienen der fortwährenden Auseinandersetzung mit moralischen Grenzverschiebungen. Eine intensiv geführte Debatte ist die über den Umgang mit dem Lebensende. Sie wird von Manuel Menke, Susanne Kinnebrock und Anna Wagner in ihrem Text thematisiert. Mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse untersuchten die Autor_innen den Umgang mit der letzten Lebensphase in verschiedenen TV-Sendungen. In diesem Kontext zeigen sie auf, dass Ethikdebatten orientierende und handlungsleitende Funktionen haben können.

Den Abschluss unseres Themenschwerpunktes bilden drei Praxisprojekte. Sie stellen exemplarisch dar, welche vielfältigen Ansätze und Formate es im Bereich der Gesundheitskommunikation im Netz auf YouTube, Instagram, in Blogs und Foren gibt. Skizziert werden der „Familiencoach Depression“ der AOK, das Videoformat „JuLoveYoga“ sowie das Projekt „Beweg dich schlau! Mit Felix Neureuther“.

Ab sofort sind die einzelnen Artikel online verfügbar.

Selbstverständlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.

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