{"id":1327,"date":"2020-06-22T18:50:17","date_gmt":"2020-06-22T16:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/?p=1327"},"modified":"2020-06-22T18:50:17","modified_gmt":"2020-06-22T16:50:17","slug":"publikum-mmacht-medien-ausgabe-2-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/publikum-mmacht-medien-ausgabe-2-2020\/","title":{"rendered":"\u201ePublikum M(m)acht Medien\u201c: Ausgabe 2\/2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ComSoc_2_20_Titelbild-686x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1322\" width=\"277\" height=\"410\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><strong>Zum aktuellen Heft: Thema \u201ePublikum M(m)acht Medien\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">\u201eDenkt rational, checkt Quellen, belohnt [Journalist_innen], die ihre Arbeit gut machen und verurteilt die, die ihrer Verantwortung nicht gerecht werden und ihre Macht missbrauchen\u201c, mit diesen Worten beschlie\u00dft der YouTuber Rezo sein Video \u201eZerst\u00f6rung der Presse\u201c, das in den letzten Wochen einige Aufmerksamkeit erregt hat. Ganz egal, wie man sein Video grunds\u00e4tzlich bewertet: Mit seiner letzten Aufforderung an die Mediennutzenden spricht er einen wichtigen Punkt an, der leicht aus dem Blick verloren wird: Nicht nur Medienschaffende tragen Verantwortung, sondern auch diejenigen, f\u00fcr die Medien gemacht werden. Das hei\u00dft, wir alle tragen Verantwortung. Verantwortung f\u00fcr die Wahl der konsumierten Medieninhalte und daf\u00fcr, ob und wie wir sie bewerten, kommentieren, teilen. Verantwortung erw\u00e4chst auch daraus, dass wir heute nicht mehr nur Rezipient_innen, sondern h\u00e4ufig auch selbst Medienschaffende sind. Egal ob in Blog- oder Vlogeintr\u00e4gen oder auch nur durch regelm\u00e4\u00dfige Postings auf Social-Media-Plattformen: Noch nie war es leichter, die eigene Meinung mit der Welt zu teilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Deutlich wird: Publikumsethische Fragestellen gehen uns alle an und gewinnen in einer digitalen Welt erneut an Relevanz. Aus diesem Grund widmet sich die aktuelle Ausgabe von <em>Communicatio Socialis <\/em>schwerpunktm\u00e4\u00dfig dieser wichtigen Verantwortungsgruppe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Beitr\u00e4ge im Heft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Doch zu welchem Medienhandeln ist das Publikum aus medienethischer Perspektive tats\u00e4chlich zu verpflichten? Und wie k\u00f6nnten diese Pflichten begr\u00fcndet werden? Diese Fragen stehen im Zentrum von R\u00fcdiger Funioks Grundlagenbeitrag. Er verortet die Verantwortung des Publikums auf drei Ebenen: Neben der privaten Verantwortung sich selbst gegen\u00fcber verweist er auf die \u00f6ffentliche und staatsb\u00fcrgerliche Verantwortung, zu der auch eine Teilhabe an einem lebendigen digitalen Diskurs geh\u00f6rt sowie auf die p\u00e4dagogische Verantwortungsdimension von Eltern, Erzieher_innen und Lehrer_innen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Dass insbesondere die letztgenannte Dimension aus medienethischer Perspektive von zentraler Bedeutung ist, macht Matthias Rath deutlich, indem er den Menschen aus einer medienanthropologischen Perspektive als \u201emedial verfasstes Wesen\u201c beschreibt. Im Zentrum seines Artikels steht die Frage, wie und durch wen zuk\u00fcnftige Medienakteure dazu bef\u00e4higt werden k\u00f6nnen, ihre Medienanspr\u00fcche kompetent zu \u00e4u\u00dfern und zu realisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">\u00d6ffentlichkeit und Publikum befinden sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandel. Doch wie lassen sich derartige Ph\u00e4nomene sinnvoll beschreiben? Thomas Zeilinger untersucht in seinem Beitrag mediale Strukturen, die der Emanzipation des Publikums zugrunde liegen. Im Fokus steht hierbei das Bild des Netzwerks, durch das die neue Rolle der Mediennutzenden greifbar wird. Aus der sich hieraus erwachsenden zunehmenden Verantwortung f\u00fcr alle Akteure leitet er zwei zentrale gesellschaftliche Aufgaben ab: Einerseits das Schaffen eines Bildungsrahmens, der den Bedarf an medienp\u00e4dagogischer und medienethischer Bildung deckt, sowie die demokratische Gestaltung der medialen Infrastruktur. Dieser Beitrag ist ab sofort kostenfrei \u00fcber <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5771\/0010-3497-2020-2-158\"><em>https:\/\/doi.org\/10.5771\/0010-3497-2020-2-158<\/em><\/a> abrufbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Eine besondere Rolle mit Blick auf die Teilhabe des Publikums am medialen Diskurs spielen Soziale Medien. Sie bieten jedem und jeder die M\u00f6glichkeit zu publizieren und eine Vielzahl an Follower_innen zu erreichen. Dies geht mit medienethischen Herausforderungen, wie der Frage nach Wahrhaftigkeit oder nach einem wertsch\u00e4tzenden Miteinander, einher. Welche Kompetenzen f\u00fcr eine ethisch-verantwortungsvolle Beteiligung in der Social-Media-Welt n\u00f6tig sind, zeigen Kristina Wied, Judith Pies und Thilo B\u00fcsching in ihrem Beitrag anhand eines \u201eSocial-Clever-Kompetenz-Modells\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Die besondere Rolle der Mediennutzer_innen bei Computerspielen untersucht demgegen\u00fcber Stefan Piasecki: Bei Bildschirmspielen sind es in aller Regel die Spielenden selbst, die aufgrund ihrer Entscheidungen f\u00fcr den Fortgang des Spieles verantwortlich sind. Die Frage nach der Macht und ihrer Wirkung auf die Spielenden und auf das Spiel stehen daher im Fokus seines Beitrags.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Mit der sprichw\u00f6rtlichen \u201eMacht des Publikums\u201c wird h\u00e4ufig auf den Umstand verwiesen, dass man durch das gezielte Konsumieren bestimmter Medienprodukte zumindest indirekt mitbestimmen kann, was gedruckt oder gesendet wird. Dass ein solches Denken \u2013 zumindest was das Fernsehen angeht \u2013 zu kurz greift, zeigt Petra Hemmelmann mit kritischem Blick auf die T\u00fccken der TV-Einschaltquoten sowie der Quotenorientierung der Fernsehsender.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Nimmt man die Frage nach einer ethisch-verantwortungsvollen Beteiligung der Mediennutzenden ernst, greift es zu kurz, diese lediglich auf einer rein theoretischen Ebene zu verhandeln. Dass es bereits wegweisende Konzepte gibt, wie Mediennutzenden im medialen Diskurs eine Stimme verliehen werden kann, zeigen drei Praxisberichte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Helmut Peissl,&nbsp; vom Community Medien Instituts COMMIT in Wien, skizziert, wie Community Medien als Lernraum f\u00fcr kritische Medienkompetenz genutzt werden k\u00f6nnen. Eines der bekanntesten Beispiele f\u00fcr Counterspeech ist die Gruppe \u201eichbinhier\u201c. Nina L\u00fcders schildert in ihrem Beitrag dessen Ziele, Vorgehensweise und Aktivit\u00e4ten und Alexander von Streit von \u201eKrautreporter\u201c, beschreibt, wie Journalismus zu einem Gemeinschaftsprojekt werden kann. Hauptansprechpartner nach Verfehlungen im Journalismus ist der Presserat. Doch damit dieser agieren kann, ist er auf das Publikum angewiesen. Wir haben zum Abschluss unseres Themenschwerpunktes mit dem Medienrechtler und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Pressrats Roman Portack gesprochen und ihn zu seiner Arbeit, der Rolle des Publikums sowie einer sich ver\u00e4ndernden Debattenkultur befragt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Ab sofort sind die einzelnen Artikel <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5771\/0010-3497-2020-2-129\">online<\/a> verf\u00fcgbar: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5771\/0010-3497-2020-2-129\">https:\/\/doi.org\/10.5771\/0010-3497-2020-2-129<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Selbstverst\u00e4ndlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum aktuellen Heft: Thema \u201ePublikum M(m)acht Medien\u201c \u201eDenkt rational, checkt Quellen, belohnt [Journalist_innen], die ihre Arbeit gut machen und verurteilt die, die ihrer Verantwortung nicht gerecht werden und ihre Macht missbrauchen\u201c, mit diesen Worten beschlie\u00dft der YouTuber Rezo sein Video \u201eZerst\u00f6rung der Presse\u201c, das in den letzten Wochen einige Aufmerksamkeit &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":1323,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[60,58,59],"class_list":["post-1327","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-fernsehen","tag-filmethik","tag-kino"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Header_Vorlage.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p3VPHF-lp","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1327","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1327"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1327\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1330,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1327\/revisions\/1330"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1323"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1327"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}