{"id":1858,"date":"2026-06-18T21:23:02","date_gmt":"2026-06-18T19:23:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/?p=1858"},"modified":"2026-06-18T21:27:29","modified_gmt":"2026-06-18T19:27:29","slug":"armut-medien-thema-von-communicatio-socialis-2-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/armut-medien-thema-von-communicatio-socialis-2-2026\/","title":{"rendered":"\u201eArmut &amp; Medien\u201c Thema von Communicatio Socialis 2\/2026"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:38% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><a href=\"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ComSoc_2_2026_Cover-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"685\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ComSoc_2_2026_Cover-685x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1859 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ComSoc_2_2026_Cover-685x1024.jpg 685w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ComSoc_2_2026_Cover-201x300.jpg 201w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ComSoc_2_2026_Cover-768x1147.jpg 768w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ComSoc_2_2026_Cover-1028x1536.jpg 1028w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ComSoc_2_2026_Cover-1371x2048.jpg 1371w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ComSoc_2_2026_Cover-288x430.jpg 288w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ComSoc_2_2026_Cover-1320x1972.jpg 1320w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ComSoc_2_2026_Cover-scaled.jpg 1713w\" sizes=\"auto, (max-width: 685px) 100vw, 685px\" \/><\/a><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Stand: 2025) sind in Deutschland 13,3 Millionen Menschen armutsgef\u00e4hrdet. Als armutsgef\u00e4hrdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren \u00c4quivalenzeinkommens \u2013 das entspricht ca. 1446 Euro netto pro Monat \u2013 der Gesamtbev\u00f6lkerung verdient.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Armutsgef\u00e4hrdete und arme Menschen werden nicht selten von der Gesellschaft ausgegrenzt und stigmatisiert. Armut ist ein Tabuthema, mit Scham behaftet. Gerade deshalb ist es aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht relevant, wie Diskurse \u00fcber Armut \u00f6ffentlich gef\u00fchrt werden. Genau dies m\u00f6chte die neue Ausgabe von <em>Communicatio<\/em> <em>Socialis<\/em> tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass das Thema Armut medienethisch relevant ist und kontrovers diskutiert werden kann und soll, haben wir in der Redaktion hinsichtlich der Covergestaltung erfahren. Darf man stereotypische Darstellungen von Armut satirisch aufgreifen, um auf die stereotypische Darstellung von Armut hinzuweisen? Diese Frage haben wir intensiv diskutiert, Pro- und Contra-Argumente abgewogen und schlie\u00dflich mit Ja-beantwortet. Zum einen, weil wir mit der satirischen Karikatur auf die vereinfachenden Narrative, die stereotypische Bildsprache hinweisen und sie aufbrechen m\u00f6chten. Zum anderen, weil die Karikatur \u2013 als etablierter Kunstform \u2013 ein popul\u00e4res Medium der kritischen Gesellschaftsbeobachtung darstellt.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Beitr\u00e4ge im Heft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Auftakt f\u00fcr unsere aktuelle Ausgabe kommt von <strong>Hannah Kehl, Hella de Haas, Jana L. Peters und Olaf Jandura<\/strong>. Der \u00fcber Inlibra kostenfrei abrufbare Beitrag (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5771\/0010-3497-2026-2-172\">https:\/\/doi.org\/10.5771\/0010-3497-2026-2-172<\/a>) besch\u00e4ftigt sich mit der digitalen Kluft zwischen armutsbetroffenen und nicht von Armut betroffenen Menschen in Deutschland. Methodisch st\u00fctzt er sich auf eine Sekund\u00e4rdatenanalyse. Die Autor:innen schlussfolgern, dass soziale Ungleichheit im digitalen Raum reproduziert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der sozialen Ungleichheit im Journalismus widmen sich<strong> Tanja<\/strong> <strong>K\u00f6hler<\/strong>, <strong>Julia<\/strong> <strong>L\u00f6nnendonker<\/strong> und <strong>Johanna<\/strong> <strong>Mack<\/strong>. Auf Basis einer quantitativen Befragung von Volont\u00e4r:innen und Journalistensch\u00fcler:innen kommen die Autor:innen in ihrer peer-reviewten Studie zu dem Schluss, dass sich der journalistische Nachwuchs sozial selektiv zusammensetzt. Die Mehrheit der angehenden Journalist:innen stammt aus akademischen Elternh\u00e4usern. Spannend sind auch die Befunde zum Rollenverst\u00e4ndnis: Hier zeigen die Autor:innen, dass sich angehende Journalist:innen aus akademischen Berufen eher als Kontrollinstanz verstehen. Befragte aus nicht-akademischen Elternh\u00e4usern betonen hingegen eher die Aufgabe des Journalismus zur Partizipation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen Blick auf die Armutsdiskurse in \u00d6sterreich werfen <strong>Alban<\/strong> <strong>Knecht<\/strong>, <strong>Michaela<\/strong> <strong>Moser<\/strong> und <strong>Martin<\/strong> <strong>Schenk<\/strong>. Sie untersuchen in ihrem peer-reviewten Beitrag nicht nur wie Armut in Massenmedien konstruiert wird, sondern auch wie Initiativen wie \u201eDie Armutskonferenz\u201c darauf Einfluss nehmen. Daf\u00fcr werden drei konkrete Projekte des \u00f6sterreichischen Netzwerks gegen Armut und soziale Ausgrenzung vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine \u00e4hnliche Perspektive nimmt der Beitrag von <strong>Andreas Schulz-Toman\u010dok<\/strong> und <strong>Josef<\/strong> <strong>Seethaler<\/strong> ein. Die beiden Forscher untersuchen, wie Armut und soziale Ausgrenzung im ORF thematisiert wird. Die Ergebnisse der qualitativ angelegten Studie, bei der Medienschaffende und Armutsbetroffene befragt wurden, zeigen, dass Armut oft individualisiert dargestellt wird. F\u00fcr die Darstellung von Armutsbetroffenen wird erwartet, dass nicht \u00fcber Menschen, sondern mit von Armut betroffenen Menschen berichtet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber linguistische und psychosoziale Dynamiken von Bettelschildern, um rhetorische Strategien der Bed\u00fcrftigkeit, geht es im Text von <strong>Maja<\/strong> <strong>Jerrentrup<\/strong>. Die Autorin untersucht 42 Bettelschilder hinsichtlich ihrer visuellen, formalen und sprachlichen Gestaltung \u2013 auf der Grundlage einer medienethischen Reflektion der Datenerhebung. Ihr Fazit: Bettelschilder verdichten Botschaften, generieren aber auch Selbststereotypisierungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Annika<\/strong> <strong>Franzetti<\/strong> setzt sich in ihrem Beitrag mit vier Werken aus dem Genre Kinder- und Jugendliteratur aus unterschiedlichen Epochen auseinander, zum Beispiel das M\u00e4rchen \u201eDie Sterntaler\u201c der Br\u00fcder Grimm und das Kinderbuch \u201eP\u00fcnktchen und Anton\u201c von Eich K\u00e4stner, und fragt, wie sich diese Geschichten mit dem Thema Armut auseinandersetzen. Franzetti stellt \u00fcberzeugend dar, dass vor allem die zeitgen\u00f6ssische Literatur Chancen bietet, den Dialog \u00fcber Armut zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Abschluss des Themenschwerpunktes bildet die Innenansicht von <strong>Katharina<\/strong> <strong>Z\u00f6pfl<\/strong> und <strong>Imke<\/strong> <strong>von<\/strong> <strong>Maur<\/strong>. Die beiden Philosophinnen gehen der Frage nach, wie sich mit Kindern \u00fcber Armut philosophieren l\u00e4sst. Erfahrungen hierf\u00fcr haben die Autorinnen in einem Workshop mit Grundschulkindern im Rahmen eines Seminars an der Katholischen Universit\u00e4t Eichst\u00e4tt-Ingolstadt gesammelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Markus Behmer<\/strong> besch\u00e4ftigt sich in der Rubrik \u201eGrundbegriffe der Kommunikations- und Medienethik (Teil 44)\u201c mit \u201eToleranz. <strong>Tobias<\/strong> <strong>Gostomzyk<\/strong> geht in der Rubrik \u201ezuRechtger\u00fcckt\u201c den rechtlichen L\u00fccken im digitalen Informantenschutz auf den Grund. Einen theoretischen Beitrag liefert <strong>Anna<\/strong> <strong>Lena<\/strong> <strong>Fehlhaber<\/strong>. Sie fragt nach der \u00dcbertragbarkeit von James S. Colemans Vertrauenstheorie auf digitale Kommunikationskontexte. \u201eDarf Wissenschaft Lobbying?\u201c fragt <strong>Antje<\/strong> <strong>Eichler<\/strong> in ihrem Aufsatz. Ihr Fazit: \u201eNicht das Lobbying der Wissenschaft ist legitimatorisch problematisch, sondern der Verzicht darauf.\u201c Der letzte Aufsatz des Heftes widmet sich Kommunikation in Religion und Gesellschaft. <strong>Benedikt<\/strong> <strong>Rauw<\/strong> versteht Beziehungen hierbei als normative Orte und liefert Perspektiven auf den relationalen Wandel in Moraltheologie und KI-Ethik. Abgeschlossen wird die Ausgabe traditionell mit der Literaturrundschau.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab sofort sind die einzelnen Artikel online verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.inlibra.com\/de\/journal\/view\/issn\/0010-3497\/articles\">https:\/\/www.inlibra.com\/de\/journal\/view\/issn\/0010-3497\/articles<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbstverst\u00e4ndlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-horizontal is-content-justification-left is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-39697d9b wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-sitebg-color has-accent-1-background-color has-text-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.inlibra.com\/de\/journal\/view\/issn\/0010-3497\/articles\">Zur eLibrary<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Stand: 2025) sind in Deutschland 13,3 Millionen Menschen armutsgef\u00e4hrdet. 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