{"id":343,"date":"2014-12-31T14:16:24","date_gmt":"2014-12-31T12:16:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/?p=343"},"modified":"2014-12-31T14:19:48","modified_gmt":"2014-12-31T12:19:48","slug":"neue-ausgabe-zum-thema-bildethik-im-fadenkreuz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/neue-ausgabe-zum-thema-bildethik-im-fadenkreuz\/","title":{"rendered":"Neue Ausgabe zum Thema: \u201eBildethik im Fadenkreuz\u201c"},"content":{"rendered":"<div title=\"Page 1\">\n<p>Vorsicht bei Gewaltfotos, titelt derzeit auf seiner Webseite der \u201eDeutsche Presserat\u201c, das Selbstkontrollorgan der deutschen Printmedien und deren Onlineprodukten. Im Kampf um Aufmerksamkeit und Exklusivit\u00e4t wurden unreflektiert Bilder von der Ermordung des US-Journalisten James Foley abgedruckt, ohne dass das Opfer unkenntlich gemacht wurde. Damit machten sich die Redaktionen \u201eethisch angreifbar\u201c und lie\u00dfen sich durch die Terroristen instrumentalisieren, sagt Lutz Tillmanns, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Presserates. Ethisches Handeln fordert Tillmanns von Journalisten und Redaktionen. Aber nicht nur die Medienschaffenden tragen ethische Verantwortung, sondern auch das Publikum. Rezipienten \u00fcben Macht aus mit ihrer Entscheidung, welche Inhalte sie nutzen. Das gilt nicht nur f\u00fcr die klassischen Massenmedien, sondern auch f\u00fcr die sozialen Netzwerke und Onlineplattformen, wo die User potenziell auf Milliarden an Bildern zugreifen k\u00f6nnen. \u201eAllein die Hinrichtung von James Foley wurde auf einer Internetseite, die solche Filme duldet, bisher 1,3 Millionen Mal angesehen. Plus die Klicks bei anderen Portalen\u201c, hie\u00df es am 20.10.2014 auf faz.net. Viele Betrachter reflektieren nicht, dass ihre Handlung das Opfer noch einmal zum Opfer macht und gleichzeitig unterst\u00fctzt wird, was Terroristen wollen: Angst und Schrecken verbreiten, um ihre Ziele durchzusetzen. Zunehmend dominieren Visualisierung und Emotionalisierung die Berichterstattung, die Erkl\u00e4rung der Themen tritt in den Hintergrund.\u00a0Vor diesem Hintergrund widmet sich <em>Communication Socialis<\/em> in <a title=\"Communicatio Socialis Heft 4\/2014\" href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/issue\/view\/66\" target=\"_blank\">Heft 4\/2014<\/a> dem Thema \u201eBildethik im Fadenkreuz \u2013 Aktuelle Herausforderungen bei der visuellen Kommunikation\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/ComSoc-4_2014-Umschlag_web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"Cover von Ausgabe 4\/2014\" src=\"http:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/ComSoc-4_2014-Umschlag_web-197x300.jpg\" width=\"197\" height=\"300\" \/><\/a>Seit 1985 hat der Presserat aufgrund eingegangener Beschwerden nahezu 900 Mal Entscheidungen zu Bildver\u00f6ffentlichungen getroffen (Onlinearchivabfrage). Das Zeigen von Opferfotos wird dabei immer wieder im Kontext von Katastrophen zum Thema. Beispiele sind die \u201eOpfergalerien\u201c nach Flugzeugungl\u00fccken und School-Shootings. Aktuell \u00fcberarbeitet der Presserat seinen Leitfaden zur Berichterstattung \u00fcber Amokl\u00e4ufe, der aufgrund der vielen Beschwerden nach dem School Shooting in Winnenden entworfen wurde. Mit der Bildberichterstattung \u00fcber School Shootings befasst sich im neuen Heft die Eichst\u00e4tter Kommunikationswissenschaftlerin Melanie Verhovnik in ihrem Beitrag im\u00a0<span style=\"line-height: 1.5;\">Schwerpunkt Bildjournalismus. In ihrer Studie dokumentiert sie, welchen Umfang Bilder zu School Shootings in Print- und TV-Medien einnehmen, welche Inhalte sie zeigen und wie sie zu beurteilen sind. Ethisch problematisch ist neben der bildlichen Darstellung von Opfern und Opferfamilien auch die Wiedergabe des selbstinszenierten, nicht anonymisierten Bildmaterials der T\u00e4ter durch die Medien gerade im Hinblick auf potenzielle Nachahmer, die auf solche Bilder und Videos zugreifen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div title=\"Page 2\">\n<p>Der Schwerpunkt Bildjournalismus widmet sich dar\u00fcber hinaus verschiedensten Aspekten der Inszenierung, Fiktion und Narration, die f\u00fcr die Konstitution von Wirklichkeit in und durch Fotografie zentral sind. Den Auftakt macht der Passauer Kommunikationswissenschaftler Alexander Godulla, dessen Aufsatz zum einen den Umgang der Pressefotografie mit Krisensituationen herausgreift und zum anderen neue Techniken der Bildbearbeitung als Innovationsfeld diskutiert. Einem breiten Publikum offenbarte sich letztere Problematik im Spannungsfeld der Postulate nach Objektivit\u00e4t und Authentizit\u00e4t in der Diskussion um das \u201eWorld Press Photo\u201c 2013, dessen perfekte Ausleuchtung der digitalen Bildbearbeitung geschuldet ist. Die Einsch\u00e4tzungen der Fotografen dazu fallen unterschiedlich aus. Ihre Stimme ist in diesem Heft vertreten durch Till Mayer. Der Fotograf und Journalist, der seit vielen Jahren mit verschiedenen Hilfsorganisationen zusammenarbeitet und aus Kriegs- und Krisenl\u00e4ndern sowie aus Katastrophengebieten berichtet, setzt als Ma\u00dfstab ethischen Fotografierens den Respekt vor den Menschen.<\/p>\n<p>Niemanden als hilfloses Opfer darzustellen, das ist auch der Tenor des Interviews, das Petra Hemmelmann mit Nicola van Bonn von der Abteilung \u00d6ffentlichkeitsarbeit des katholischen Hilfswerkes \u201eAdveniat\u201c gef\u00fchrt hat. Nicht nur der Pressekodex dient den Mitarbeiter_innen der Publikationen von \u201eAdveniat\u201c als Handlungsmaxime, sondern dar\u00fcber hinaus ein eigener Ethik-Kodex, der auch die Entscheidung \u00fcber eine Bildver\u00f6ffentlichung tr\u00e4gt. In der G\u00fcterabw\u00e4gung zwischen dem Schutz der Privatsph\u00e4re und dem \u00f6ffentlichen Interesse hat die Menschenw\u00fcrde bei \u201eAdveniat\u201c stets Vorrang.<\/p>\n<p>Sie finden das neue Heft ab sofort <a title=\"Communicatio Socialis Heft 4\/2014\" href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/issue\/view\/66\" target=\"_blank\">online als E-Journal<\/a>. Wie gewohnt erscheint es auch in gedruckter Form.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorsicht bei Gewaltfotos, titelt derzeit auf seiner Webseite der \u201eDeutsche Presserat\u201c, das Selbstkontrollorgan der deutschen Printmedien und deren Onlineprodukten. Im Kampf um Aufmerksamkeit und Exklusivit\u00e4t wurden unreflektiert Bilder von der Ermordung des US-Journalisten James Foley abgedruckt, ohne dass das Opfer unkenntlich gemacht wurde. Damit machten sich die Redaktionen \u201eethisch angreifbar\u201c &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[21,22,7,8,25,23,20,19,18,24],"class_list":["post-343","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-bildethik","tag-bildjournalismus","tag-e-journal","tag-ejournal","tag-ethik","tag-fotojournalismus","tag-journalistik","tag-kommunikationswissenschaft","tag-medienethik","tag-videojournalismus"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p3VPHF-5x","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":345,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343\/revisions\/345"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}