{"id":439,"date":"2016-01-29T11:07:27","date_gmt":"2016-01-29T09:07:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/?p=439"},"modified":"2016-01-30T12:29:54","modified_gmt":"2016-01-30T10:29:54","slug":"journalismus-in-echtzeit-neue-ausgabe-erschienen-communicatio-socialis-0415","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/journalismus-in-echtzeit-neue-ausgabe-erschienen-communicatio-socialis-0415\/","title":{"rendered":"Journalismus in Echtzeit &#8211; neue Ausgabe erschienen (Communicatio Socialis 04\/15)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/ComSoc-4_2015-Umschlag-1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-444\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-444\" src=\"http:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/ComSoc-4_2015-Umschlag-1-199x300.jpg\" alt=\"ComSoc 4_2015 Umschlag\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/ComSoc-4_2015-Umschlag-1-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/ComSoc-4_2015-Umschlag-1-768x1160.jpg 768w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/ComSoc-4_2015-Umschlag-1-678x1024.jpg 678w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/ComSoc-4_2015-Umschlag-1.jpg 1215w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a>Die regelm\u00e4\u00dfig zum Jahresende ver\u00f6ffentlichten R\u00fcckblicke auf die (Medien)Ereignisse des Jahres wirken f\u00fcr 2015 wie eine Beispielsammlung f\u00fcr Berichterstattung, die im hohen Ma\u00dfe auf Echtzeit gesetzt hat: das Attentat auf das franz\u00f6sische Satiremagazin \u201eCharlie Hebdo\u201c im Januar, der Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich im M\u00e4rz und schlie\u00dflich die Attentate in Paris im November. All diesen Ereignissen wohnt eine gro\u00dfe Tragik verbunden mit gro\u00dfem menschlichem Leid inne. Seitens der Rezipienten bestand ein hohes Informationsbed\u00fcrfnis, das es seitens der Journalisten m\u00f6glichst rasch zu befriedigen galt. Mobile Endger\u00e4te, soziale Netzwerke und Blogs steigerten das Tempo im Nachrichtengesch\u00e4ft im Kampf um die knappe Ressource Aufmerksamkeit. Geschwindigkeit und nicht Reflexion und Gewichtung bestimmten den Takt im real-time journalism. Das Publikum \u2013 der Beschleuniger im Nachrichtengesch\u00e4ft \u2013 bekam Terror und Katastrophe in Echtzeit. Zur Berichterstattung war nahezu zeitgleich vehemente Kritik zu vernehmen, die noch anhielt als sich der Medientenor wieder anderen Themen zuwandte.Im Geschwindigkeitsrausch steigen die Fehlerrate und das Risiko, dass Pers\u00f6nlichkeitsrechte der Betroffenen verletzt werden. Falschmeldungen und Ger\u00fcchte verbreiteten sich rasant auch \u00fcber als seri\u00f6s und glaubw\u00fcrdig eingestufte Medien, in der Berichterstattung wurde auch auf ethisch fragw\u00fcrdige Recherchemethoden, Bilder und Worte zur\u00fcckgegriffen. Und im Bedienen einer wachsenden Jetzt-Leidenschaft des Publikums berichteten die Journalist_innen vom Ort des jeweiligen G schehens, obwohl die Nachrichtenlage keine Aktualisierung der Informationen zulie\u00df.<\/p>\n<p>Motor f\u00fcr die kritikw\u00fcrdigen Ausw\u00fcchse in der Berichterstattung ist die zunehmende Digitalisierung, mit der sich Informationsdichte, -tempo, -kan\u00e4le und -quellen vervielfacht haben. Die Echtzeitteilhabe f\u00fcr das Publikum beschr\u00e4nkt sich l\u00e4ngst nicht mehr auf die einordnende Live-Vermittlung durch professionelle Journalist_innen. Vielmehr ist ein Dabeisein im Netz \u00fcber soziale Medien Realit\u00e4t. Die klassischen Medien kommen, gefangen im Korsett ihrer Publikationsintervalle, an die Geschwindigkeit der Informationsvermittlung dieser Kan\u00e4le mit ihren technischen und personellen Ressourcen nicht heran. Um mitzuhalten, bedienen sie neue Kan\u00e4le und machen Abstriche in Recherche, Einordnung und Hintergrundinformation. Dass eine solche Entwicklung aus medienethischer Perspektive relevant ist, liegt auf der Hand. Die Beitr\u00e4ge zum Schwerpunkt im aktuellen Heft widmen sich mit je unterschiedlichem Fokus und aus verschiedenen Blickwinkeln den medienethischen Fragen rund um \u201eAktualit\u00e4t und Echtzeit im Journalismus\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1099\" target=\"_blank\">Den Auftakt machen Klaus-Dieter Altmeppen, Christoph Bieber, Alexander Filipovi\u0107 und Jessica Heesen. In ihrem Beitrag \u201eEchtzeit-\u00d6ffentlichkeiten\u201c betrachten sie das Ph\u00e4nomen als Folge der Digitalisierung.<\/a> Den Autor_innen zufolge bilden sich Echtzeit-\u00d6ffentlichkeiten nicht mehr allein auf Basis des Journalismus. Vielmehr treten neben die Journalist_innen viele weitere \u00d6ffentlichkeitsakteure, die nicht nach journalistischen Standards arbeiten. Vor dem Hintergrund der sich elementar wandelnden \u00d6ffentlichkeiten fordern die Autor_innen eine Neubestimmung von medialer Ethik und Verantwortung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1100\" target=\"_blank\">Hans-Joachim H\u00f6hn besch\u00e4ftigt der ver\u00e4nderte Umgang mit Zeit<\/a>. Er diagnostiziert das Zeitalter der Beschleunigung, treibende Kraft sei dabei ein kinetischer Imperativ. Der Mensch unterwirft sich, sagt H\u00f6hn, dem Zwang der Beschleunigung seiner Lebensvollz\u00fcge, auch um der Verg\u00e4nglichkeit zu entkommen. In der Folge werden Raum und Zeit entgrenzt. Die Beziehung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschiebe sich, wobei die Gegenwart einen st\u00e4ndigen Bedeutungsverlust erleide. <a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1101\" target=\"_blank\">Tobias Eberwein diskutiert das Verh\u00e4ltnis von Aktualit\u00e4t und Schnelligkeit aus medienethischer Perspektive<\/a>. Er verweist auf die zeitliche, sachliche und soziale Dimension von Aktualit\u00e4t und sieht diesen Dreiklang durch den Geschwindigkeitswahn gef\u00e4hrdet. In der Folge leide die Glaubw\u00fcrdigkeit des Journalismus. Er pl\u00e4diert vor allem f\u00fcr eine R\u00fcckbesinnung auf die sachliche und soziale Dimension.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1102\" target=\"_blank\">Mit den \u201eChancen und Risiken von Medienkritik in Echtzeit\u201c befasst sich Stefan Niggemeier<\/a>. Dem Nachteil fehlender Reflexionszeit stehe der Vorteil der Medien gegen\u00fcber, rasch reagieren und korrigieren zu k\u00f6nnen. Zugleich mahnt er zur Ent- schleunigung der Berichterstattung und damit einhergehender inhaltlicher Profilierung. <a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1102\/1100\" target=\"_blank\">Der Text kann kostenlos abgerufen werden<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1103\" target=\"_blank\">Eine Antwort klassischer Medien auf die digitale Konkurrenz in der aktuellen Berichterstattung ist die Nutzung eigener digitaler Kan\u00e4le. Als Beispiel f\u00fcr einen solchen stellt Christian Daubner zum Abschluss die neue Nachrichten-App des Bayerischen Rundfunks vor<\/a>. Ziel der App \u201eBR24\u201c sei es, Nachrichtenangebote plattformgerecht zu modifizieren und so alle Generationen zu erreichen. Dabei bekommt der User eine aktive Rolle in der Auswahl und Gewichtung der einzelnen Meldungen.<\/p>\n<p>Das neue Heft ist <a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/issue\/current\/showToc\" target=\"_blank\">ab sofort online abrufbar<\/a>. Die Artikel k\u00f6nnen auch einzeln erworben werden. Wie gewohnt erscheint die neue Ausgabe auch in gedruckter Form.\u00a0Die Zeitschrift Communicatio Socialis erscheint im verz\u00f6gerten Open Access: 12 Monate nach Erscheinen eines Artikels ist er frei im Netz zug\u00e4nglich. Eine Reihe von (Universit\u00e4ts-) Bibliotheken haben Communication Socialis lizensiert und gew\u00e4hren ihren Nutzer_innen Zugriff auf die aktuellen Inhalte (<a href=\"http:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/zugriff-auf-communicatio-socialis-ueber-ihre-bibliothek\/\">siehe diese \u00dcbersicht<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die regelm\u00e4\u00dfig zum Jahresende ver\u00f6ffentlichten R\u00fcckblicke auf die (Medien)Ereignisse des Jahres wirken f\u00fcr 2015 wie eine Beispielsammlung f\u00fcr Berichterstattung, die im hohen Ma\u00dfe auf Echtzeit gesetzt hat: das Attentat auf das franz\u00f6sische Satiremagazin \u201eCharlie Hebdo\u201c im Januar, der Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich im M\u00e4rz und schlie\u00dflich die Attentate in &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-439","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p3VPHF-75","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=439"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":450,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/439\/revisions\/450"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=439"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=439"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=439"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}