{"id":485,"date":"2016-10-13T13:12:54","date_gmt":"2016-10-13T11:12:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/?p=485"},"modified":"2016-10-13T13:12:54","modified_gmt":"2016-10-13T11:12:54","slug":"neue-ausgabe-0316-von-communicatio-socialis-zum-thema-sexualitaet-und-medien-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/neue-ausgabe-0316-von-communicatio-socialis-zum-thema-sexualitaet-und-medien-erschienen\/","title":{"rendered":"Neue Ausgabe (03\/16) von Communicatio Socialis zum Thema Sexualit\u00e4t und Medien erschienen!"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><a href=\"http:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/ComSoc-3_2016-Umschlag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-486\" src=\"http:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/ComSoc-3_2016-Umschlag-197x300.jpg\" alt=\"comsoc-3_2016-umschlag\" width=\"197\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/ComSoc-3_2016-Umschlag-197x300.jpg 197w, https:\/\/www.communicatio-socialis.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/ComSoc-3_2016-Umschlag.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/a>Von der Kindersendung \u00fcber Popmusik bis hin zu Kinofilmen und Videospielen: Sexuelle Inhalte sind heute omnipr\u00e4sent. In den vergangenen Jahren haben sowohl die Menge wie auch die Explizitheit der medialen Darstellungen zugenommen. Es ist von einer Sexualisierung der Gesellschaft durch die Medien die Rede, deren Folgen in Wissenschaft und \u00d6ffentlichkeit kontrovers diskutiert werden.<\/p>\n<p>Im Kontext von Medien und Sexualit\u00e4t sind drei Formen von Angeboten zu unterscheiden: sexuelle Informationsangebote, sexuelle Unterhaltungsangebote, sowie sexualisierende Darstellungsweisen eigentlich nicht-sexueller Inhalte. Das Internet hat die Verbreitung der zweiten Form stark unterst\u00fctzt. Jeder achte Webseitenaufruf \u00a0in Deutschland ist nach einer Erhebung des Analyse-Unternehmens SimilarWeb aus dem Jahr 2013 ein Zugriff auf Seiten mit pornografischem Bild- und Videomaterial. Im internationalen Durchschnitt liegt das Interesse an Nacktinhalten bei 7,65 Prozent, die Bundesrepublik geh\u00f6rt demnach zur weltweiten Spitzengruppe.<\/p>\n<p>Als problematischer betrachtet wird jedoch die starke Pr\u00e4senz von Medienangeboten der dritten Kategorie. Inhaltsanalysen zeigen beispielsweise, dass die Texte von Popsongs zunehmend weniger romantisch und daf\u00fcr immer st\u00e4rker sexualisiert sind. In Videospielen begegnen Jugendliche hypersexualisierten Charakteren wie Lara Croft, Protagonistin in \u201eTomb Raider\u201c, und Duke Nukem, Hauptfigur des gleichnamigen Spiels. In der inszenier- ten Wirklichkeit vieler Castingshows geh\u00f6ren sexualisierte Darstellungen zum Standardrepertoire. Und nat\u00fcrlich nutzt die Werbung sexuelle Schl\u00fcsselreize. Attraktive, leicht oder gar nicht bekleidete Frauen und \u2013 deutlich seltener \u2013 M\u00e4nner werben f\u00fcr alles M\u00f6gliche vom Mineralwasser bis zur Margarine. Sogar Politikmarketing setzt mitunter auf die Binsenweisheit \u201eSex sells\u201c: Die Berliner CDU-Direktkandidatin Vera Lengsfeld nutzte im Bundestagswahlkampf 2009 ein Foto, das Kanzlerin Angela Merkel mit tiefem Ausschnitt zeigt, f\u00fcr ihre Wahlplakate. Dazu der Slogan: \u201eWir haben mehr zu bieten\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Sexualisierende Darstellungsweisen transportieren Konstruktionen von Wirklichkeit, die problematische Vorstellungen vermitteln k\u00f6nnen. Sexualisierung in den Massenmedien bedeutet meist die Inszenierung von M\u00e4dchen und Frauen als Sexualobjekte. David Beckham in Unterhosen ist noch immer die Ausnahme. So sehr in allen Bereichen der Gesellschaft mittlerweile \u00fcber Gleichstellung diskutiert wird: Einem Gro\u00dfteil sexualisierter Medieninhalte ist nach wie vor eine \u2013 zumindest unterschwellige Geschlechterdiskriminierung inh\u00e4rent. Mediensexualit\u00e4t bewegt sich h\u00e4ufig auf einem schmalen Grat zwischen sexy und sexistisch.<\/p>\n<p>Es ist ein Kennzeichen einer offenen, toleranten Gesellschaft, dass Sex ein \u00f6ffentliches Thema ist. Aber: Nat\u00fcrlich hat es Konsequenzen, wenn Sexualit\u00e4t die Intimsph\u00e4re verl\u00e4sst. Zu den bef\u00fcrchteten Folgen z\u00e4hlen neben der Verfestigung eines abwertenden Frauenbildes die zwischenmenschliche Abstumpfung, psychischer Druck und Unzufriedenheit mit dem eigenen K\u00f6rper und Sexualleben. Die mediale Repr\u00e4sentation von Sexualit\u00e4t pauschal zu verurteilen, ist jedoch weder sinnvoll noch wird dies der differenzierten Realit\u00e4t gerecht. Nur ein kleines Beispiel: Als sich 1990 in der ARD-Serie \u201eLindenstra\u00dfe\u201c erstmals im deutschen Fernsehen zwei M\u00e4nner k\u00fcssten, war dies ein wichtiger Schritt f\u00fcr die Normalisierung von Homosexualit\u00e4t in der Bundesrepublik.<\/p>\n<p>Communicatio Socialis hat in der aktuellen Ausgabe eine differenzierte Betrachtung der Thematik Medien und Sexualit\u00e4t zum Schwerpunkt gemacht. Beachtung finden dabei alle drei Angebotsformen von Mediensexualit\u00e4t.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1314\" target=\"_blank\">Mit sexualisierenden Darstellungsweisen im Kinder- und Jugendfernsehen befasst sich Maya G\u00f6tz<\/a>. Anhand verschiedener Studien zu Formaten wie \u201eGermany\u2019s Next Topmodel\u201c zeigt sie auf, welche Folgen Hypersexualisierung insbesondere f\u00fcr junge Zuschauerinnen hat. Von den Darstellungen unerreichbarer Sch\u00f6nheitsideale und st\u00e4ndiger Verf\u00fcgbarkeit k\u00f6nnen sich die Rezipient_innen n\u00e4mlich nur scheinbar abgrenzen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1315\" target=\"_blank\">Der Umgang Jugendlicher mit sexuellen Unterhaltungsangeboten steht bei Andreas B\u00fcsch und Benedikt Geyer im Fokus<\/a>. Angesichts der gestiegenen Verf\u00fcgbarkeit von Pornografie diskutieren die Autoren Herausforderungen f\u00fcr Medienethik, Medienp\u00e4dagogik und Soziale Arbeit. Sie erl\u00e4utern, wie Jugendliche Pornografie rezipieren und welche Folgen dies hat. Darauf basierend formulieren sie Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Praxis: eine Vermittlung von \u201ePorno-Kompetenz\u201c statt Tabuisierung.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1316\" target=\"_blank\">Es folgt eine Studie, die sich mit der medialen Berichterstattung \u00fcber sexuelle Gewalt befasst<\/a>. Stefanie D\u00fcrr, Daniela M\u00e4rkl, Maria Lisa Schiavone und Melanie Verhovnik untersuchten die \u00f6ffentliche Diskussion \u00fcber die K\u00f6lner Silvesternacht, in der laut offiziellem Ermittlungsbericht 529 Sexualstraftaten begangen wurden. Eine ad\u00e4quate \u00f6ffentliche Debatte \u00fcber sexuelle Gewalt entstand daraus jedoch nicht, das zeigen die Autorinnen mit ihrer qualitativen Kommentaranalyse.<\/p>\n<p>Das wohl bekannteste sexuelle Informationsangebot f\u00fcr Jugendliche in Deutschland ist seit Jahrzehnten die Rubrik \u201eDr. Sommer\u201c in der Jugendzeitschrift \u201eBravo\u201c. <a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1317\" target=\"_blank\">Deren 60. Geburtstag haben wir zum Anlass genommen, nachzufragen, welche Ver\u00e4nderungen sich \u00fcber die Jahrzehnte hinweg in der Aufkl\u00e4rungsarbeit ergeben haben<\/a>. Sabine Kadolph, seit 25 Jahren Mitglied des Dr. Sommer-Teams, hat geantwortet.<br \/>\nKomplettiert wird der Schwerpunkt zu Medien und Sexualit\u00e4t durch einen Bericht zum Vorsto\u00df des Bundesjustizministers Heiko Maas zu einem Verbot sexistischer Werbung. <a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/article\/view\/1318\" target=\"_blank\">Communicatio Socialis-Redakteurin Renate Hackel-de Latour gibt einen \u00dcberblick zu den Hintergr\u00fcnden und Chancen des Vorhabens<\/a>.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen das neue Heft <a href=\"http:\/\/ejournal.communicatio-socialis.de\/index.php\/cc\/issue\/current\/showToc\" target=\"_blank\">ab sofort online<\/a> lesen und auch einzelne Artikel online erwerben. Wie gewohnt erscheint die neue Ausgabe auch in gedruckter Form.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Kindersendung \u00fcber Popmusik bis hin zu Kinofilmen und Videospielen: Sexuelle Inhalte sind heute omnipr\u00e4sent. In den vergangenen Jahren haben sowohl die Menge wie auch die Explizitheit der medialen Darstellungen zugenommen. 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