„Diversität – Kultur, Gesellschaft, Religion“: Ausgabe 4/2021

„Diversität – Kultur, Gesellschaft, Religion“: Ausgabe 4/2021

Zum aktuellen Heft: Thema „Diversität – Kultur, Gesellschaft, Religion“

So vielfältig wie das Leben, so vielfältig sind auch wir Menschen. Uns prägen unterschiedliche Erfahrungen, wir haben unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Kompetenzen, unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche. Und doch leben wir alle zusammen in einer Gesellschaft. Wie kann das Zusammenleben unter derart verschiedenen Ausgangslagen gelingen? Wie findet Verständigung innerhalb der Gesellschaft über unterschiedliche Kulturkreise hinweg statt? Im letzten Heft der Communicatio Socialis sind wir der Frage nachgegangen, was Diversität im Hinblick auf den menschlichen Körper, auf die Identität und das Selbst bedeutet. Heft 4 knüpft hieran an und setzt dabei neue Perspektiven und Schwerpunkte. In der aktuellen Ausgabe wird der Blick geweitet auf die Ebenen der Kultur, Gesellschaft und Religion.

Die Frage danach, wie Gemeinschaft ohne Selbstaufgabe in einer pluralen Gesellschaft möglich ist, ist komplex und erfordert zugleich ein hohes Maß an Sensibilität. Indem die Autor:innen des aktuellen Heftes neue Diversitätsdimensionen, Fragen und Vorschläge für die moderne Gesellschaft aufzeigen, schaffen Sie eine wichtige Basis für die hierzu notwendige Selbstreflexion.

Die Beiträge im Heft

Den Auftakt macht Kai Hafez mit einem Beitrag zur „Medienethik in der unvollendeten Globalisierung“. Ausgehend von den fortschreitenden technischen Entwicklungen der Medien beschreibt er den Geltungsanspruch des Journalismus in der Gegenwart und Zukunft. Seine zentrale Aufgabe sei es, die dynamische Entwicklung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten zu beobachten, einzuordnen, aber auch Fehlentwicklungen zu kritisieren.

Tanja Evers greift diese Vorlage in ihrem Beitrag auf und sucht unter dem Titel der „Ethnischen Diversität“ nach Versäumnissen und Chancen für die integrative Funktion des Journalismus. Interviews mit den Verantwortlichen von Medienangeboten liefern exemplarische Strategien und damit Anhaltspunkte für ein sich wandelndes Integrationsverständnis von Journalismus. Dieser Beitrag ist im aktuellen Heft kostenfrei abrufbar (https://doi.org/10.5771/0010-3497-2021-4-446).

Wie sich der Journalismus in diesem Kontext konkret verbessern lässt, beleuchtet ein Interview von Petra Hemmelmann mit Konstantina Vassiliou-Enz, Geschäftsführerin der Neuen deutschen Medienmacher*innen. Sie differenziert darin die Bedeutung von Sichtbarkeit und Machtzugang für alle.

Benedict Bazyar-Gudrich widmet sich in seinem Beitrag der Berichterstattung über Islam und Migration. Anhand einer Gruppendiskussion mit Journalist:innen zeigt er die Akteursperspektive auf und vermittelt einen Eindruck davon, wie herausfordernd Recherche, Selektion und Publikation von journalistischen Inhalten in diesem Themenkomplex ist.

Carmen Koch und Angelica Hüsser widmen sich ebenfalls dem Thema religiöse Diversität. Sie vergleichen in ihrem Beitrag die Berichterstattung über Christentum, Islam und Judentum mithilfe einer standardisierten Inhaltsanalyse.

Ebenfalls ausbaufähig ist der Beleg für Diversität in der Politik. Deniz Oguzhan und Rebecca Pates haben im BMBF-Projekt PoliLab einen intensiven Blick auf dieses Thema geworfen. Ihr Beitrag zeigt anhand von qualitativen Interviews eine spannende Debatte rund um die Begrifflichkeit und Ausprägung von Diversität in der Politik.

Maximilian Oehl ist Mitbegründer der Initiative Brand New Bundestag (BNB). Anhand der Bundestagswahl 2021 zeigt er, wie die Initiative verschiedene Kandidat:innen unterstützte, um das Ziel eines diverseren Bundestags voranzutreiben.

Dass Diversität und mediale Berichterstattung in einem Wechselverhältnis stehen, beweist nicht nur der Blick auf die Politik. Hannah Immler und Sascha Hölig konkretisieren in ihrem Beitrag den Zusammenhang anhand aktueller Studien aus der Mediennutzung.

Alle Beiträge verdeutlichen die Vielschichtigkeit von Diversität, ihrer Ausprägungen und Herausforderungen. Diesen gilt es sich zu stellen. Denn: Menschliches Zusammenleben ist und bleibt divers.

Ab sofort sind die einzelnen Artikel online verfügbar.

Selbstverständlich erscheint die Ausgabe, wie gewohnt, auch in gedruckter Form.

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